Eine Berg- und Talfahrt – so lässt sich das vergangene Rennwochenende des ADAC GT Masters am Red Bull Ring wohl am besten beschreiben. Und das nicht nur aufgrund der steigungsreichen Strecke…

Besonders enttäuschend verlief das Samstagsrennen für Maximilian Götz und Indy Dontje auf der MANN-FILTER Mamba mit der Startnummer 47: Vielversprechend von P9 aus ins Rennen gestartet legte Indy einen phänomenalen Start hin und setzte sich direkt auf der fünften Position fest. In der achten Runde konnte er sich dann mit einem starken Manöver auf Platz 4 vorarbeiten. Zwei Rennrunden später wurde er dann plötzlich langsamer: „Das Getriebe steckte im vierten Gang fest“, berichtete er tief enttäuscht. „Es ist ein Jammer. Ich hatte einen tollen Start und war richtig flott unterwegs. Der Podestplatz wäre auf jeden Fall möglich gewesen.“ Die Aussage unterstrich auch Kollege Maximilian Götz, der nach der Blitzreparatur für einen Funktionstest nochmals auf die Strecke fuhr und auf Anhieb die zweitschnellste Rennrunde in den steirischen Asphalt brannte. Indys Kampfansage lautete klar: „Ab sofort denken wir nur noch an das zweite Rennen. Morgen wollen wir aufs Treppchen!“

Das erste Podium im ADAC GT Masters 2019

Gesagt, getan: Im morgendlichen Qualifying legte Maximilian Götz mit Rang 3 den Grundstein für ein starkes Ergebnis in seinem 100. Renneinsatz im ADAC GT Masters. Beim fliegenden Starts verlor er zwar eine Position, arbeitete sich in Runde 13 aber wieder auf Position 3 und übergab den gelb-grünen Mercedes-AMG GT3 genau zur Halbzeit des einstündigen Rennens an Partner Indy Dontje. Dank schneller Rundenzeiten von Maximilian vor dem Boxenstopp und einer perfekten Boxenarbeit der HTP-Mannschaft verließ Indy genau zwei Zehntelsekunden nach Ablauf der Mindest-Boxenstoppzeit von 70 Sekunden als Zweitplatzierter die Boxengasse – absolute Maßarbeit! „Der Boxenstopp war perfekt, Kompliment an die Jungs“, freute sich Maxi Götz. „In den beiden Runden vor dem Fahrerwechsel hatte ich freie Bahn und habe attackiert wie im Qualifying. Bei der tückischen Einfahrt in die Boxengasse wäre ich um ein Haar abgeflogen. Gleichzeitig hat der Stopp der bis dato zweitplatzierten Corvette ein bisschen länger gedauert. Das war der Schlüssel für den Positionsgewinn. Und Indy hat den zweiten Rang dann ganz souverän ins Ziel gebracht. Das ist nach dem Riesenpech von gestern natürlich eine große Genugtuung. Und dass ich in meinem 100. Rennen in dieser tollen Meisterschaft auf dem Podest stehe, passt perfekt. In der Meisterschaft haben wir einen schönen Sprung nach vorne gemacht. Und die Rennstrecken, die uns am besten liegen, kommen erst noch. Wir greifen weiter an!

Weniger Glück bei den Teamkollegen

Für das Schwesterauto mit der Startnummer 48 von den Teamkollegen Philip Ellis und Fabian Vettel endete das dritte Wochenende des ADAC GT Masters leider weniger versöhnlich. Im Samstagsrennen startete Fabian aus der zehnten Startreihe ins Rennen, obwohl im Qualifying weniger als acht Zehntelsekunden auf die Pole Position gefehlt hatten – einmal mehr ein Beleg für die enorme Leistungsdichte im ADAC GT Masters. Er kam zunächst sauber durch den Start und konnte etwas Boden gut machen, drehte sich dann aber bei einem Gerangel in der Pirelli-Kurve (Turn 5) und fiel bis ans Ende des Feldes zurück. „Es hatte sich so angefühlt, als ob ich leicht angeschoben worden wäre, aber ich will niemandem etwas unterstellen“, so der 20-Jährige. In der Folge drehten Fabian und Philip dann mächtig auf und zeigten die Angriffslust des gelb-grünen Mercedes-AMG GT3 mit der Nummer 48: So war Philip phasenweise der schnellste Mann im Feld und machte im Verlauf seines Stints nicht weniger als zwölf Positionen gut. Am Ende wurden die beiden für ihren Einsatz mit drei Punkten für den 13. Gesamtrang sowie Position 5 in der Juniorwertung belohnt. „Unser Speed war wirklich gut. Nach dem Dreher habe ich mich bemüht, wieder ans Feld ranzufahren und Plätze gutzumachen, aber auch, keine Strafe zu kassieren und die Reifen für Philip zu schonen, damit er nochmal angreifen kann. Das hat gut funktioniert und stimmt uns für Lauf 2 zuversichtlich. Vor allem über die Distanz sind wir dank der Konstanz des Mercedes-AMG GT3 sehr stark. Morgen gibt’s Attacke“, kommentiert Fabian.

„Mund abwischen und nach vorne gucken“, lautet auch die Devise von HTP-Teamchef Norbert Brückner. „Was heute passiert ist, war ärgerlich, kann aber eben vorkommen. Hadern bringt uns nun überhaupt nicht weiter. Was für mich viel entscheidender ist: Wir haben bewiesen, dass wir mit beiden Autos ganz vorne reinfahren können. Und genau das nehmen wir uns für morgen vor.“

Leider hatte die beiden im Sonntagsrennen das Glück nicht auf ihrer Seite. Von Startplatz 13 kommend führte Philip Ellis die 48er-Mamba sicher durchs Startchaos und machte bis zum Pflichtboxenstopp drei Positionen gut. Nach dem Fahrerwechsel hielt Kollege Fabian Vettel dem starken Druck der Verfolger zunächst bravourös stand. In Folge einer Berührung mit einem Konkurrenten lockerte sich allerdings die Motorhaube des Mercedes-AMG GT3 auf der linken Seite. Als sich die Haube dann in der letzten Runde bei der superschnellen Anfahrt zur dritten Kurve ganz löste und hochklappte, hatte Fabian keine Chance mehr, einen Unfall zu vermeiden. Während die Mamba bei dem harten Einschlag in die Leitplanke stark beschädigt wurde, blieb er selbst dank des hohen Sicherheitsniveaus des Mercedes-AMG GT3 glücklicherweise unverletzt.

HTP-Teamchef Norbert Brückner zog eine insgesamt positive Bilanz aus dem Rennwochenende in der Steiermark: „Dieser zweite Rang ist der Lohn für eine alles in allem sehr gute Leistung der gesamten Mannschaft. Wir waren hier vom Speed her mit beiden Autos voll konkurrenzfähig. Dass es punkto Ergebnisse auch noch besser hätte laufen können, liegt am einen oder anderen individuellen Fehler, der nicht passieren soll, aber eben passieren kann. Der Unfall kurz vor Schluss tut natürlich sehr weh, weil das Auto arg kaputt ist. Aber am wichtigsten ist, dass Fabi unverletzt geblieben ist. Nun werden wir alles geben, um uns perfekt aufs nächste Rennwochenende vorzubereiten und dort wieder gut zu punkten. In der Meisterschaft ist noch alles offen, wir haben ja noch nicht einmal Halbzeit.“

Das ADAC GT Masters geht nun in eine zweimonatige Pause – die Wertungsläufe 7 und 8 finden erst am 10./11. August auf der Traditionsrennstrecke im niederländischen Zandvoort statt. Genug Zeit also, sich von den ersten drei Rennwochenenden zu erholen, aus Fehlern zu lernen und wieder alles auf Angriff zu setzen!

Jetzt steht uns mit dem ADAC TOTAL 24h-Rennen, das kommende Woche am Nürburgring stattfindet, aber erst einmal das Saisonhighlight für MANN-FILTER und HTP Motorsport bevor.

Wir hoffen auch weiterhin auf den großartigen Support der gelb-grünen MANN-FILTER Fangemeinde. Vielen Dank an jeden Einzelnen von Euch – IHR SEID EINFACH DER HAMMER!!!

Hier findet ihr noch ein paar Impressionen vom Rennwochenende am Red Bull Ring: