Spannende Aufholjagd und erneuter Podiumserfolg – Das ADAC GT Masters am Red Bull Ring

von Julia Remmele| 2018-07-27T10:46:16+00:00 11. Juni 18|

Das ADAC GT Masters im österreichischen Spielberg hat uns am Wochenende ganz schön ins Schwitzen gebracht – und zwar nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperaturen. 😉

Das Resümee des Wochenendes ist durchwachsen, aber von einem Podium-Sahnehäubchen gekrönt:
Ähnlich wie schon in Most konnten wir uns nach beiden Rennen über eine MANN-FILTER Mamba in den Punkten und mit P3 im Sonntagsrennen sogar wieder über eine Podiumsplatzierung freuen, während das Rennen für die Teamkollegen jeweils nicht besonders erfreulich verlief.
Hier findet ihr ein paar Details zum Verlauf des Wochenendes zusammengefasst aus den Pressemitteilungen von HTP Motorsport (die Volltexte gibt es hier nachzulesen: https://htp-motorsport.de/news/).
Das Samstagsrennen
Schon vor der Anreise war klar, dass der Red Bull Ring sich – so gut uns die Strecke auch gefällt – aufgrund seiner Streckencharakteristik leider nicht als ideal für die Mercedes-AMG GT3 erweisen wird. Vor allem für die schnelle Runde im Qualifying fehlte es den Mercedes im Vergleich zum hochklassigen Feld der „Liga der Supersportwagen“ an Höchstgeschwindigkeit – insbesondere auf der langen Bergauf-Geraden zwischen der ersten und zweiten Kurve tat man sich schwer. Dennoch ließen die Test- und Trainingsergebnisse von dem
 4,3 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs in der Steiermark auf eine gute Rennperformance hoffen.

Diese Hoffnungen erfüllten sich im Samstagsrennen zumindest teilweise. Nach einem starken Startstint übergab der von P13 aus gestartete Niederländer Indy Dontje an elfter Position an seinen Teamkollegen Maximilian Buhk. Maxi gewann zwei weitere Positionen und brachte die MANN-FILTER Mamba mit der Startnummer 48 schließlich an neunter Stelle und damit in den Punkterängen liegend ins Ziel. „Wie erwartet konnten wir über die Distanz zulegen, während die Konkurrenz teilweise Probleme bekam“, so Maxi. Diese Erwartungshaltung formulierte er übrigens in unserer Video-Preview mit großartigen Onboard-Aufnahmen vom Red Bull Ring, die ihr auf der MANN-FILTER Facebook Seite finden könnt – unbedingt anschauen! Maxi ergänzt: „Als ich am vor mir fahrenden Audi vorbei war, konnte ich die Lücke zur nächsten Gruppe rasch zufahren. Das Auto war richtig gut. Aber es ist natürlich schwer, wenn du in Passagen schnell bist, wo du nicht vorbeikommst, und auf der Geraden nur zuschauen kannst.“

Rennpech hatten unterdessen Markus Pommer und Maximilian Götz im vom 15. Platz aus gestarteten Schwesterauto mit der Nummer 47. Zwar hatte Markus mit einem soliden Startstint eine sehr gute Basis für seinen Kollegen gelegt, doch die weitere Aufholjagd verlief nach zwei harten Treffern durch Kontrahenten leider nicht wie geplant. „Und beide Male war es ein Auto desselben Teams. Erst fuhr mir der eine rein, dann drückte mich der andere ins Kiesbett, sodass ich vier Positionen verloren habe. Ich bin richtig bedient“, schimpft Maximilian. „Sonst wäre hinten raus sicher noch was gegangen, auch wenn sich die 30 Kilo Erfolgsballast nach unserem Sieg in Most natürlich deutlich bemerkbar gemacht haben.“ Am Ende wurde es für das Fahrerduo der #47 nur der 18. Rang.

HTP-Teamchef Norbert Brückner war mit der Vorstellung seiner Mannschaft insgesamt zufrieden: „Im Qualifikationstraining haben wir aus den bekannten Gründen mit stumpfen Waffen gekämpft. Dank der starken Performance des Mercedes-AMG GT3 im Longrun und einer tadellosen Mannschaftsleistung waren wir im Rennen deutlich konkurrenzfähiger und wieder bestplatziertes Mercedes-Team. Ich hoffe, dass wir morgen vielleicht noch ein paar Positionen weiter vorne starten können. Je heißer es draußen ist, desto besser für uns. Und sollte es regnen, dann schlägt unsere Stunde!“

Das Sonntagsrennen

Und tatsächlich trat es ein wie prophezeit: Im zweiten Rennen auf dem Red Bull Ring spielten die Mercedes-AMG GT3 des MANN-FILTER Teams HTP bei schwierigen äußeren Bedingungen ihre Qualitäten voll aus – allen voran die im Samstagsrennen so unglücklich abgeschlagene MANN-FILTER Mamba #47 von Maximilian Götz und Markus Pommer. Die Basis für ein starkes Rennergebnis legte Maximilian schon mit P5 im morgendlichen Qualifying. Im Rennen lieferte der 32-Jährige dann wieder einmal eine Leistung ab, für die uns einfach nur eine Beschreibung einfällt: Weltklasse. Im früh einsetzenden Regen fuhr er bis zum Pflichtboxenstopp auf profillosen Slicks ebenso schnell wie die Konkurrenten, die auf Nummer sicher gegangen und früh Regenreifen aufgezogen hatten. „Es lief wirklich gut, ich habe gesehen, dass die anderen auf Regenreifen nicht schneller waren als ich. Und da war es natürlich das Ziel, sich den Extra-Stopp zu sparen und bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters draußen zu bleiben. Das hat sehr gut funktioniert. Wir hatten auch überlegt, bis kurz vor dem Schließen des Boxenstoppfensters draußen zu bleiben und Markus ebenfalls auf Slicks zu lassen. Doch gerade in dieser Phase wurde der Regen stärker, also wollten wir kein Risiko eingehen und das Team holte mich rein“, berichtet Götz.

Kurz nach Schließen des Boxenstoppfensters ließ der Regen jedoch nach. Markus Pommer hielt die MANN-FILTER-Mamba dennoch bis zur letzten Runde souverän auf Kurs zu Platz 2, hatte dann allerdings dem auf Slicks attackierenden #63-Lamborghini bei wieder fast trockener Ideallinie nichts entgegenzusetzen. „Auch bei diesen Bedingungen war das Auto auf den Regenreifen sehr gut. Ich konnte den vor mir fahrenden Audi überholen und mich auf Platz 2 festsetzen. Als dann allerdings der Lambo im Spiegel immer größer wurde, dachte ich mir schon, dass es in der letzten Runde eng wird. Aber egal: Wer hätte gestern gedacht, dass wir heute aufs Podest fahren? Ich freue mich riesig!“, so Pommer.

Ein früher Wechsel auf Regenreifen hätte sich je nach Wetter strategisch als Vorteil entwickeln können – leider war das heute für das MANN-FILTER-Schwesterauto mit der Nummer 48 nicht der Fall. Maxi Buhk hatte zwar mit Startposition 11 eine gute Ausgangslage geschaffen, allerdings war nach dem Extra-Stopp nicht mehr als der 16. Schlussrang drin. „Das ist wie beim Roulette im Casino – du setzt auf eine Zahl, und die Kugel fällt auf eine andere“, erklärt Buhks Teampartner Indy Dontje. „Das Auto war richtig gut, die Pace auf Regenreifen auch. Die Chance war fifty-fifty, dass unsere Strategie aufgeht. Am Ende tat sie es eben nicht. Das ist Teil des Spiels.“

Auch heute freut sich HTP-Teamchef Norbert Brückner wieder über eine starke Mannschaftsleistung: „Der Podestplatz ist ein fantastischer Abschluss eines für uns sehr schwierigen Rennwochenendes. Die Fahrer haben tadellose Arbeit geleistet, und auch unsere Strategie war alles in allem die richtige. Natürlich hätten wir Max zwei Runden länger fahren, dann auch Markus mit Slicks rausschicken und so eventuell die führende Corvette noch abfangen können. Aber wäre der Regen dann nochmals stärker geworden, hätte es vielleicht nicht mal Punkte gegeben. Auch beim anderen Auto haben wir uns nichts vorzuwerfen. Der frühe Wechsel auf Regenreifen hätte auch genau das Richtige sein können. Wenn man so etwas immer schon vorher wüsste, wäre der Rennsport ja nur halb so spannend!“

Hier ein paar Impressionen vom Sonntagsrennen, bevor wir eine kurze Halbzeit-Bilanz ziehen:

Nach diesen emotionalen Achterbahnfahrten des Rennwochenendes können auch wir eine positive Bilanz zur „Fast-Halbzeit“ des ADAC GT Masters 2018 ziehen. Mit 52 Punkten liegen Maximilian Götz und Markus Pommer mit der MANN-FILTER Mamba #47 derzeit auf dem dritten Rang in der Fahrerwertung, die Teamkollegen Indy Dontje und Maximilian Buhk mit der #48 folgen mit 22 Punkten in einem derzeit noch sehr engen Feld auf Position 13 – Indy steht zudem auf P9 der Juniorenwertung. In der Teamwertung belegt das MANN-FILTER Team HTP Motorsport aktuell die zweite Position mit nur 8 Punkten Rückstand (Stand 11.06.2018). Die vollständigen Wertungstabellen findet ihr hier: https://www.adac-gt-masters.de/de/wertung/

Weiter geht’s im ADAC GT Masters nach einer vergleichsweise langen Pause mit den Saisonläufen 7 und 8 erst am 4. und 5. August auf dem Nürburgring. Motorsport-Fans müssen sich aber nicht ganz so lange gedulden, denn bis dahin stehen noch einige Highlights auf dem MANN-FILTER Motorsport-Programm: Kommende Woche geht es mit Sascha Lenz und seinem gelb-grünen Truck zum FIA European Truck Racing Championship nach Budapest und am letzten Juniwochenende finden wir uns auch im Truck Racing zum legendären Truck Grand Prix am Nürburgring ein. Am letzten Juliwochenende steht dann im GT Racing mit den Total 24 Hours of Spa ebenfalls ein echter Klassiker auf dem Rennprogramm.

Wir freuen uns auch bei diesen Veranstaltungen wieder auf atemberaubende Rennmomente und auf euren überwältigenden Support.

Euer MANN-FILTER Motorsport Team