Wie nah Freud und Leid manchmal beieinander liegen können, musste das MANN-FILTER Team HTP beim vorletzten Rennwochenende des ADAC GT Masters 2019 am Hockenheimring hautnah erleben.

Indy Dontje und Maximilian Götz in der MANN-FILTER Mamba mit der Startnummer 47 waren im Samstagsrennen schon von Beginn an auf Podiumskurs: Am Samstagmorgen legte Indy mit einem starken dritten Rang im Qualifying den Grundstein zum Erfolg gelegt. Nach dem Start hielt der Niederländer diese Position im Kampf gegen die Verfolger souverän. „Das Auto lief heute sowohl im Qualifying als auch im Rennen tadellos“, lobte Dontje. „Ich konnte meine Hintermänner gut kontrollieren, die beiden Autos vor mir aber nicht ganz halten. Ich wollte auch nicht zu stark pushen, um die Hinterreifen, die hier in Hockenheim sehr stark beansprucht werden, nicht vorzeitig zu ruinieren.“

Nach einem von der HTP-Mannschaft einmal mehr perfekt ausgeführten Boxenstopp (die MANN-FILTER Mamba verließ die Boxengasse genau zwei Zehntelsekunden nach Ablauf der Mindest-Boxenstoppzeit von 70 Sekunden) setzte Partner Götz die hohe Pace fort, überholte kurz nach dem Fahrerwechsel ein Auto und verteidigte den zweiten Rang bis in die letzte Runde erfolgreich. Zwar musste sich der Franke auf den letzten Kilometern noch von einem Gegner überholen lassen, da dieses Manöver aber bei doppelt geschwenkten gelben Flaggen stattgefunden hatte, profitierte die HTP-Truppe von der nachträglich gegen die Kontrahenten verhängten Zeitstrafe und feierte einen verdienten zweiten Rang.

„Mein Tempo war bis kurz vor Schluss sehr gut, ich war phasenweise der Schnellste auf der Strecke“, freute sich Götz. „Leider sind dann die Hinterreifen ein wenig eingebrochen, und es wurde zunehmend schwierig, dem Druck meines Verfolgers standzuhalten. In der letzten Runde kam ich nicht gut aus der zweiten Kurve, er setzte sich neben mich und drückte mich leicht neben die Strecke. In der Spitzkehre habe ich dagegengehalten, zumal ich wusste, dass dort gelbe Flaggen sind. Ich war eindeutig noch vorne, als die Flaggen schon zu sehen war, also war mir klar, dass sein Manöver nicht sauber war und Folgen haben würde. Der zweite Platz ist super für die ganze Mannschaft, wir haben wichtige Punkte geholt.“

Für die Teamkollegen Fabian Vettel und Philip Ellis war das Rennen schon kurz nach dem Start jäh zu Ende: Von der 25. Position aus gestartet geriet Vettel in der langen Parabolika-Linkskurve in eine Massenkollision, der insgesamt fünf Fahrzeuge zum Opfer fielen. „Ich kam gut aus Turn 2 heraus und sah mich in einer guten Position, als vor mir auf einmal Unruhe im Feld aufkam. Ich habe gleich gemerkt, dass da was nicht stimmt. Und dann fuhr ich in eine dichte Staubwolke, habe rein gar nichts mehr gesehen. Ich habe versucht, dem Chaos auf dem Gras auszuweichen – und sah die querstehende Corvette erst, als es schon geknallt hatte. Mir geht’s soweit gut, der Nacken zwickt ein bisschen, aber nichts Gravierendes.“ Was man vom Boliden mit der 48 leider nicht sagen kann. Weil das Chassis der MANN-FILTER Mamba beschädigt wurde, war ein Start im zweiten Rennen am Sonntag nicht möglich.

„Das ist eben Rennsport“, kommentierte HTP-Teamchef Norbert Brückner. „Bei Indy und Max hat heute alles geklappt, der Podestplatz ist der verdiente Lohn für eine starke Leistung der ganzen Mannschaft. Fabis Crash war Pech. In einer im wahrsten Sinne des Wortes so undurchsichtigen Situation ist es oft reine Glückssache, ob man ungeschoren durchkommt oder eben nicht. Leider können wir das Auto hier vor Ort nicht reparieren. Aber ich hoffe, dass wir mit unserer 47 auch morgen ein Wörtchen um die Podestplätze mitreden können. Das Potenzial dafür ist zweifellos da.“

Während Fabi und Philip am Sonntagsrennen somit leider nur als Zuschauer teilnehmen konnten, lieferte das Team rund um den gelb-grünen Mercedes-AMG GT3 von Indy und Max auch im zweiten Lauf des ADAC GT Masters in Hockenheim eine fehlerlose Vorstellung ab. Mit Rang 7 war das Duo einmal mehr bestplatzierter Vertreter der Marke mit dem Stern und konnte in der Fahrerwertung der „Liga der Supersportwagen“ ebenso den vierten Rang halten wie das MANN-FILTER Team HTP in der Teamwertung.

Nach dem Start von Position 8 aus hatte Max nach drei Kurven eigentlich schon ebenso viele Positionen gutgemacht, als ein Zwischenfall im Mittelfeld erneut einen Rennabbruch erforderlich machte. Damit nahm der Franke den Restart reglementgemäß wieder an achter Stelle in Angriff und hielt diese, in einem „Porsche-Sandwich“ kämpfend, bis zum vorgeschriebenen Fahrerwechsel. „Schade, dass der erste Start abgebrochen wurde“, bedauerte der Ex-DTM-Pilot und Champion des ADAC GT Masters 2012. „Nach dem Restart hinter dem Safety Car bin ich einfach im Verkehr mitgeschwommen, konnte das Tempo gut mitgehen, aber keine Plätze gutmachen, weil alle ungefähr gleich schnell unterwegs waren. Also habe ich mich bemüht, die Reifen für Indy zu schonen. Heute war’s für mich also eher unspektakulär…“

Nachdem er die MANN-FILTER Mamba mit der Startnummer 47 übernommen hatte, setzte Indy die Bemühungen fort und versuchte, am vor ihm fahrenden Porsche der Titelverteidiger vorbeizukommen – geriet seinerseits aber zunehmend unter Druck des nachfolgenden Lamborghini. „In den letzten Runden haben meine Hinterreifen stark abgebaut. Also musste ich mich mehr aufs Verteidigen denn aufs Angreifen konzentrieren. Am Ende können wir mit dem siebten Rang zufrieden sein. Das war das Maximum heute“, konstatierte er.

HTP-Teamchef Norbert Brückner stimmte zu: „Ein Podestplatz, zwei Top-7-Positionen, in beiden Rennen bester Mercedes, und das mit nur einem Auto – mehr war an diesem Wochenende nicht möglich. Dass wir sowohl in der Fahrer- wie auch in der Teamwertung nun leider auch mathematisch keine Titelchancen mehr haben, macht andererseits auch die Devise fürs Finale einfacher. Die lautet nun ganz einfach: Volle Attacke! Wir wollen nochmal aufs Podest – und dort am liebsten in die Mitte.

Das Saisonfinale des ADAC GT Masters steigt am 28./29. September auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal. Dort heißt es noch zwei weitere Male im ADAC GT Masters 2019: Daumen drücken für unsere MANN-FILTER Mambas!

Vielen Dank an Maria Bauer für die Impressionen vom ADAC GT Masters am Hockenheimring!