Wer in den letz­ten Tagen in der Sau­na war, hat­te dort ver­mut­lich küh­le­re Tem­pe­ra­tu­ren als die GT4 Euro­pean Seri­es Fah­rer am Wochen­en­de im ita­lie­ni­schen Misa­no. MANN-FILTER Fah­rer Luci Trefz schwitz­te in der Baby-Mam­ba - und bau­te den­noch sei­nen Meis­ter­schafts­vor­sprung auf gan­ze 25 Punk­te aus!

Luci lernt Misa­no kennen

Las­sen wir das Misa­no-Event ein­mal Revue pas­sie­ren: Rei­fen­scha­den, Leis­tungs­ver­lust, Swim­ming­pool und Podi­ums­er­folg - Das sind die Schlag­wör­ter für unse­re Geschichte.
Unser 17-jäh­ri­ger Schlan­gen-Bän­di­ger reis­te zum ers­ten Mal in sei­ner noch jun­gen Kar­rie­re zum Misa­no World Cir­cuit. Zusam­men mit Team­kol­le­ge Mar­cus Paver­ud (19, Nor­we­gen) wag­te er sich am Frei­tag zum ers­ten Mal auf die 4,226 Kilo­me­ter lan­ge Renn­stre­cke. Viel Übungs­zeit blieb aber nicht: Tech­ni­sche Pro­ble­me und ein Rei­fen­scha­den im zwei­ten Trai­ning stan­den der Trai­nings­zeit im Weg. Doch ein Renn­fah­rer lernt die Stre­cke nicht nur durchs rei­ne Fah­ren ken­nen. Das renom­mier­te Renn­team Lei­pert Motor­sport half ander­wei­tig aus. “Wir sind ja immer mit zwei Autos unter­wegs”, so Luci. “Dann kön­nen wir Daten und Vide­os aus­tau­schen und so die per­fek­te Run­de für Qua­li­fy­ing und Ren­nen fin­den.” Ein gro­ßer Vor­teil, den Luci im Team hat - denn nicht jede Mann­schaft teilt so ver­trau­ens­voll die Daten unter den Fahrern.

Über 50 Grad im Cockpit

Im Qua­li­fy­ing konn­te der Baby-Mam­ba Fah­rer den zwölf­ten Start­platz ergat­tern. Das möge man sich noch­mal vor Augen füh­ren: Ein Feld mit Pro­fis und Ama­teu­ren. Mehr als 40 Autos am Start und unser Luci, der die Stre­cke vor­her noch nie gese­hen hat, schnappt sich einen Start­platz in der sechs­ten Rei­he! Das ers­te Ren­nen wur­de Sams­tag­abend in Angriff genom­men - glück­li­cher­wei­se nicht in der Mit­tags­son­ne. Wäh­rend die Fans näm­lich bei hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren weit über der 30 Grad Mar­ke auf den Tri­bü­nen schwitz­ten, hat­ten die Fah­rer mit ganz ande­ren Hit­ze­wel­le zu kämp­fen. “Im Cock­pit haben wir stel­len­wei­se 50 Grad! Das ist echt krass”, kom­men­tiert Luci. Beson­ders beim Ein- und Aus­stei­gen wur­de der Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied deut­lich. Da sind 30 Grad Außen­tem­pe­ra­tur fast schon eine Abküh­lung dage­gen… Doch die Fah­rer wuss­ten sich zu hel­fen: Nicht nur viel trin­ken, son­dern auch ein Swim­ming­pool sorg­ten für Abküh­lung. Einer ging es bei der Hit­ze aller­dings mal wie­der gar nicht gut: Der klei­nen Mam­ba-Schwes­ter. Sind Schlan­gen doch nor­ma­ler­wei­se stau­bi­ge Wüs­ten­hit­ze gewöhnt, ist die MANN-FILTER Baby-Mam­ba wohl eher küh­le­re Regen­wald­tem­pe­ra­tu­ren gewöhnt. “Dau­ernd über­hitz­te der Motor und wir hat­ten dadurch Leis­tungs­pro­ble­me. Wir konn­ten daher auch kaum im Wind­schat­ten fah­ren”, beschrieb der 17-Jäh­ri­ge das Han­di­cap im Rennen.
Direkt beim Renn­start ver­lor Luci eini­ge Posi­tio­nen. Durch eine klei­ne Start­kol­li­si­on wur­de der Mer­ce­des-AMG GT4 auch noch ein­ge­dellt. Auf­ge­ben war aber nicht drin: Erst kämpf­te sich Luci durchs Feld, spä­ter dann sein Team­kol­le­ge Paver­ud. Am Ende reich­te es für einen fünf­ten Platz im PRO­/AM-Klas­se­ment. “Scha­de eigent­lich. Da wäre viel mehr drin gewe­sen. Der Motor hat­te uns gute Posi­tio­nen gekostet.”

Platz zwei im PRO/AM Klas­se­ment am Sonntag

Am Sonn­tag war Lucis nor­we­gi­sche Team­kol­le­ge Mar­cus Paver­ud Start­fah­rer. Der presch­te ein­fach direkt auf Platz sie­ben vor und zeig­te beein­dru­cken­de und vor allem sehr fai­re Renn­du­el­le, an die sich eini­ge sei­ner Kon­tra­hen­ten wohl noch lan­ge zurück­er­in­nern wer­den. Halb­zeit­wech­sel: Luci kam zum Fah­rerwech­sel. Der rasan­te Fah­rer­tausch bescher­te Lei­pert Motor­sport Platz zwei und drei in der Pirel­li Pits­top Chal­len­ge. Luci wie­der­um leg­te sich mit einem Aston Mar­tin Fah­rer an, blieb wei­ter­hin kon­stant in den Top-10. Als Zwei­ter in sei­ner Klas­se über­quer­te er schluss­end­lich die Ziel­li­nie. Das Podi­um war sicher und damit nicht genug: Die gesam­mel­ten Punk­te am Misa­no World Cir­cuit bau­ten den Meis­ter­schafts­vor­sprung deut­lich aus. Gan­ze 25 Punk­te lie­gen zwi­schen Paver­ud / Trefz und den Zweitplatzierten.

“Ein klas­se Wochen­en­de”, fasst Luci zusam­men. “Alles in allem bin ich sehr zufrie­den. Wir sind Meis­ter­schafts­füh­ren­de und das soll auch so bleiben!”

Jetzt eine kur­ze Ver­schnauf­pau­se und dann geht es auch schon wei­ter mit dem nächs­ten Event der GT4 Euro­pean Seri­es. Dies­mal hin­ter den Nord­see­dü­nen am Cir­cuit Park Zand­vo­ort (15.-17.07.2019).