Das vorletzte GT4 European Series Event war für unseren jüngsten Schlangenbändiger Luci Trefz ein voller Erfolg! Neben einem weiterem Klassensieg für die MANN-FILTER Baby-Mamba führt Luci zusammen mit seinem Teamkollegen Marcus Paverud die PRO/AM-Wertung an. Ganze 25 Punkte Vorsprung hat das Fahrerduo auf die Zweitplatzierten. Wir lassen das Rennwochenende auf dem Circuit Park Zandvoort Revue passieren:

Im Rahmen der Blancpain GT Series ging es auch für das Feld der GT4 European Series in die Niederlande. Der Circuit Park Zandvoort liegt keine 100 Meter vom Nordseestrand entfernt. Was nach Spaß am Meer klingt, ist für die Fahrer allerdings harte Arbeit! Denn der Wind der brausenden Nordseeküste verwüstet auch gerne mal die Strecke. „Das besondere an Zandvoort ist der Strand, der direkt hinter der Strecke liegt“, erklärt Luci den Rennparcours. „Das hat aber auch zum Nachteil, dass gelegentlich starker Wind herrscht und Sand auf die Strecke geweht wird. Da fehlt der Grip dann komplett.“ Eine Herausforderung also für Luci Trefz und seinen gelb-grünen Mercedes-AMG GT4. Rund 4,3 Kilometer Länge misst der Grand-Prix-Kurs, der in Kürze für das bevorstehende Formel-1-Event komplett umgebaut werden soll.

Im Regen fühlt sich unsere Baby-Mamba am wohlsten

Den Vortest am Donnerstag nutzte Luci zusammen mit seinem Einsatzteam Leipert Motorsport vor allem für Erfahrungswerte. „Wir haben kein Setup herausgefahren. Uns war es wichtig, die Strecke und Kurven kennenzulernen.“ Davon gibt es auf der Rennstrecke in Zandvoort übrigens 15 – und die haben es in sich! Überholen ist auf der Strecke kaum möglich; das Qualifying ist daher essentiell fürs Rennen. Beim regulären Freitagstraining im prasselnden Regen schlängelte sich unsere Baby-Mamba mühelos über den Asphalt, obwohl die nasse Strecke für Fahrer und Fahrzeuge durchaus rutschig war. „Ich bin schon mal im Regen gefahren“, erzählt Luci. „Aber es gibt schon deutliche Unterschiede. Die Bremswege werden länger und alles wird schwieriger. Es war eine tolle Erfahrung.

Spannend wurde es dann am Samstag: Da zeigte Luci, dass er ganz vorne mitmischen kann. Im Team Leipert Motorsport entschloss man sich für das Aufziehen von Slick-Reifen, obwohl sich die Wolken zusammenzogen. Als Luci auf die Strecke fuhr, war der Asphalt zunächst trocken. Aber die Rechnung hatte man ohne die Nordseebrise gemacht – innerhalb weniger Sekunden fing es an zu regnen. Aber sollte das einen Schlangenbändiger wie Luci Trefz aufhalten?
Ganz im Gegenteil: Souverän brannte er die schnellste Zeit der PRO/AM Fahrer in den Asphalt und sicherte sich die Pole-Position für den zweiten Lauf (Platz fünf gesamt).

Podium und Punkte – Das rasante erste Rennen

Den Start am Samstag übernahm Marcus Paverud, der norwegische Teamkollege von Luci. Von Platz neun aus ging es los. Eine Kollision mit einem Aston Martin warf ihn jedoch direkt nach dem Start auf Platz 22 zurück. Wie ärgerlich! Aber aufgeben passt nicht zum Charakter eines Rennfahrers – und schon gar nicht zu dem eines MANN-FILTER Fahrers. Zur Rennhälfte übernahm Luci das Steuer des Mercedes-AMG GT4 und kämpfte sich nach vorne. „Ich habe mich direkt wohl gefühlt und das Setup war gut, die Reifen hielten“, resümierte der 17-Jährige. Rang 20, Rang 18 – am Ende überquerte er als gesamt 15. die Ziellinie. Im PRO/AM-Klassement reichte es sogar noch auf den dritten Platz- und damit zu einer Podiumsplatzierung! Und natürlich gab es auch weitere Punkte für das schnelle Duo, das die Meisterschaftsführung dadurch weiter ausbauen konnte. „Ich war damit schon sehr zufrieden. Die Zeiten waren okay und wir haben nicht zu viel verloren“, kommentiert Luci.

Souveräner Klassensieg – 25 Punkte Vorsprung im Titelkampf

Das zweite Rennen am Sonntag wurde von einem heftigen Startunfall überschattet. Mehrere Autos waren aneinander geraten und hatten ein so großes Chaos ausgelöst, dass das Rennen zunächst unterbrochen werden musste. Man könnte meinen, dass ein solcher Tumult für Aufregung bei einem jungen Rennfahrer sorgt – doch da hat man die Rechnung ohne Luci gemacht: „Ich hab den Unfall kaum gesehen. Als das passiert war, war ich schon in der ersten Kurve. Ich hab mich davon nicht beirren lassen.“ Der Restart erfolgte und Luci hielt tapfer in der schnellen, vorderen Gruppe mit. Nach dem Fahrerwechsel schaffte es Teamkollege Paverud den neunten Gesamtplatz nach Hause zu bringen. Aber das Wichtigste: In der PRO/AM-Wertung standen die beiden Mamba-Piloten freudestrahlend auf dem Siegertreppchen! Ein weiterer Klassensieg für Luci!

Nach dem Rennwochenende in Zandvoort haben Luci Trefz und Marcus Paverud einen komfortablen Punktevorsprung von 25 Zählern auf die Zweitplatzierten. Der Meisterschaftstitel ist zum Greifen nahe – doch Luci bleibt realistisch: „Wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen. Man weiß nie, was passiert. Fällt man einmal aus, ist der ganze Vorsprung zunichte. Wir müssen hart weiterarbeiten!“

Zwei Rennläufe stehen noch bevor – diese werden beim großen Finale der GT4 European Series Ende August auf dem Nürburgring ausgetragen (30.08.-01.09.2019).