Die Baby-Schlange ist lange keine Unbekannte mehr: Die kleine Schwester des Mercedes-AMG GT3 in den bekannten gelb-grünen Farben kann man seit dieser Saison in der GT4 European Series und in der ADAC GT4 Germany beim Team Leipert Motorsport sehen. Pilotiert wird er vom Australier Morgen Haber und Luci Trefz – dem jüngsten Schlangen-Bändiger der MANN-FILTER Fahrer. Unterschätzen sollte man den 17-Jährigen aber nicht: In Österreich, vergangenes Wochenende, überzeugte der junge Spross mit schnellen Rundenzeiten und dem vierten Platz der Juniorenwertung.

Die Baby-Mamba – wie sie liebevoll von den Kommentatoren und Fans genannt wird – ist gar nicht mal so mini. Ganze 510-PS Leistung bringt der Mercedes-AMG GT4 mit. Und die wurden auch vollkommen ausgeschöpft bei der Berg- und Talfahrt am Red Bull Ring.

Luci Trefz brennt drittschnellste Rundenzeit in den Asphalt!

Der Red Bull Ring liegt in der malerischen Kulisse der Steiermark und lockte am Wochenende mehr als 16.000 Zuschauer auf die Tribünen bei hochsommerlichen Temperaturen weit über der 30 Grad Marke.  Am Freitag meinte die Baby-Mamba allerdings streiken zu müssen. Aber klar! Gerade kleine Baby-Mambas brauchen viel Aufmerksamkeit. Die beiden Freitagstrainings konnte Leipert Motorsport also nicht nutzen. „War natürlich nicht so toll“, so der Schlangenbändiger Luci Trefz. „Wir hatten technische Probleme und ich war noch nie am Red Bull Ring. Die Trainingszeit hat uns gefehlt.“ Doch ein Talent wie Luci Trefz schafft ein Qualifying auch ohne vorheriges Training. In 1:38:233 Minuten umrundete er den 4,318 Kilometer langen Rennparcous. (Zum Vergleich: Die große GT3 Mamba braucht für dieselben acht Kurven rund zehn Sekunden weniger.)  Dann blickte er selbst überrascht auf den Zeitenmonitor: Startplatz drei für das erste Rennen! „Das Qualifying war super. Ich habe meinen Augen selbst kaum trauen können. Ich wusste ja gar nicht, wie sich das Auto hier anfühlt und eigentlich sind wir total blind in die Session gestartet…“

Fliegende Baby-Mamba – Schnellster Mercedes-AMG GT4 im Feld

Samstag hieß es dann: „Fahrer, starten Sie die Motoren!“ – Die ADAC GT4 Germany startete ins dritte Rennen der Saison. Den fliegenden Start nahmen manche dann wohl etwas zu wörtlich. „Der Start war schlimm. Zu viert in einer Kurve – das geht einfach nicht. Leider war ich der Unglücksrabe“, analysiert Luci den Rennunfall. Rad an Rad – Quetschen und pressen. Das war dann doch zu viel. Die Baby Mamba hob ab, verlor dabei den Keilriemen. Das Rennen war gelaufen. „Richtig mies. Platz fünf wäre locker drin gewesen.“ Doch bei all dem Frust, bleibt der junge Fahrer fair: „Ich gebe niemanden die Schuld. Das war ein Rennunfall und mich hat es leider getroffen.“

Abhaken und nach vorne blicken: Trefzs Teamkollege, Morgan Haber, ergatterte am Sonntag die zehnte Startposition. Etwas zu optimistisch nahm der Australier das Rennen auf, kassierte nach einer anfänglichen Kollision eine Durchfahrtsstrafe. „Mit so einer Strafe ist das Rennen gelaufen“, kommentierte Schlangenbänder Luci. Nach dem Fahrerwechsel gibt er richtig Gas und fährt auf Gesamtrang zehn vor. Schnellster Mercedes im Feld – Vierter in der Juniorenwertung. 

Zu Besuch beim MANN-FILTER Team HTP

Ein Wochenende mit Ups und Downs. Aber immerhin: Mit dem zweiten Rennwochenende belegen Luci und Morgan Rang zehn der Fahrerwertung und Platz fünf im Junioren-Klassement. Für Luci ein aufregendes Wochenende. „Ich war noch nie hier und die Anfahrt alleine ist schon mal toll durch die Berge“, so der Heilbronner. „Die Strecke ist mega mit ein paar schnell Kurven und den langsamen Spitzkehren im Kontrast dazu.“

Wenn der Mini-Mamba-Fahrer nicht hinterm Steuer seines Mercedes-AMG GT4 sitzt, verbringt er seine Zeit gerne bei den „Großen“. Die beiden ADAC GT Masters Rennen hat er aus der Box des MANN-FILTER Team HTP gesehen. „Das war mein Highlight, als die Jungs am Sonntag auf auf dem Podium standen.“ Und auch das wird er noch schaffen: Die Baby-Mamba bändigen und aufs Podium fahren. Da sind wir uns sicher!